Glück muss man haben

Wer hätte gedacht, dass es sich einmal bezahlt machen würde, meine Nikon-Produkte beim Hersteller zu registrieren?

Als Eigentümer einer J1 wurde ich von einem Münchener Marktforschungsunternehmen im Auftrag von Nikon zu einer zweistündigen Gruppendiskussion eingeladen. Nikon hat offenbar ein starkes Interesse daran, zu erfahren, wie das neue, im Herbst 2011 eingeführte System bei den Anwendern ankommt, was sie gut und schlecht finden und warum sie sich für eine ’1′ entschieden haben.
Obendrein winkte noch ein dreistelliger Geldbetrag als Dankeschön. Kann es einen angenehmeren Job geben, als sich zwei Stunden lang über sein Lieblingsthema mit anderen Leidensgenossen zu unterhalten und dabei mit gratis Getränken und Snacks versorgt zu werden? Diese Gelegenheit wurde natürlich auch genutzt, um Nikon Verbesserungsvorschläge mitzuteilen. Positiv überrascht war ich von dem Konsens hinsichtlich Kaufmotivation und Kritik.

Ich glaube, dass Nikon das sehr zu Herzen nimmt, und mit künftigen Modellen, die sowohl neben J1/V1 angesiedelt sein werden, als auch deren Nachfolgern, vieles von den Wünschen umsetzen wird.

Verschlimmbesserungen – oder: wie testen Gerätehersteller die Usability?

Es ist ein Jammer! Ich frage mich öfters, was die Design- oder Ergonomieabteilungen von Unterhaltungselektronikherstellern eigentlich den ganzen Tag machen. Da wird im Sprung von einer Gerätegeneration zur nächsten an Tasten und Menüs herumgebastelt, dass einem die Butter vom Brot fällt.

Vergangene Woche hatte ich Gelegenheit, die D3200 ausgiebig zu verwenden.

Zunächst einmal fiel mir auf, dass die Vergrößern/Verkleinern-Tasten vertauscht wurden. Ich war es von allen Nikons bisher gewohnt, dass man mit der unteren Taste ins Bild hinein zoomt und mit der oberen wieder heraus. Warum ändert man das auf einmal? Ich meine, einem Nikon-Einsteiger wird das nicht weiter auffallen. Dass Plus oben ist und Minus unten, kann man sich ja noch herleiten. Funktion kommt vor deren Umkehrung, das sieht man im Alltag häufig. Ebenso wie man von links nach rechts und von oben nach unten liest. Schön. Vielleicht haben sich das die Gehäuse-Designer auch gedacht. Außerdem ist die D3200 ja nicht das erste Modell, in dem die Anordnung geändert wurde. D4 und D800 haben’s vorgemacht. Eigentlich ist es ja nur konsequent, wenn man es nun bei allen anderen folgenden Modellen nachzieht, um das zu vereinheitlichen. Doch bleibt eben die Frage offen, warum man etwas Gewohntes, Etabliertes wegschmeißen muss. Was ist der tiefere Sinn hinter dieser Änderung, der eine erforderliche Anpassung des Benutzers rechtfertigen soll?
Aber gut, der Mensch ist ein Gewohnheitstier und kann sich anpassen. Letztlich kenne ich es von der D800 ja auch nicht anders.

Nun aber der deutlich schwerwiegendere Kritikpunkt, der mit Sicherheit auch anderen Benutzern negativ aufschlägt: die Verlagerung des Wahlhebels für den Aufnahmemodus in einen weiteren Button mit Menü und das damit einhergehende automatische Zurücksetzen nach jeder Aufnahme. Nikon, habt ihr ‘nen Vogel?

Schemazeichnungen der D3200 und D3100 zum Vergleich des Aufnahmemoduswahlhebels

Vergleich D3200 / D3100

Dieser Wahlhebel an der D3100 war die direkteste Möglichkeit, eine wichtige Option schnell verstellen zu können. Und vor allem, man hat es sofort gesehen und – darauf komm ich gleich noch – es war mechanisch arretiert! Wieso nehmt ihr diesen Hebel weg, der ja offensichtlich keinem Button an der D3200 weichen musste? Warum muss daraus ein Button mit Menü werden? Ihr wisst schon, was ich meine … Button drücken, runter drücken, runter drücken, OK drücken – für die Auswahl der dritten Option aus dem Menü, wo ich mit dem Wahlhebel sonst nur mal eben Klack-Klack machen musste. Aber ok, daran kann man sich auch noch gewöhnen. Der Gipfel ist, dass man jetzt auch den Selbstauslöser nach jeder Aufnahme erneut aktivieren darf. Wieso wird der zurückgesetzt? Welcher Esel hat sich diese Änderung einfallen lassen, mit welcher Begründung? Kundengängelung? Bei meiner Serie Nachtaufnahmen, für die Langzeitbelichtungen erforderlich waren, war es richtig frustierend, bei jedem zweiten Bild daran erinnert zu werden, dass der Selbstauslöser nicht aktiv war. Es ist extrem nervig, immer wieder die Kamera auszuschalten, um die Belichtung abzubrechen, weil ich zu grob auf den Auslöser gedrückt und wieder losgelassen und damit Verwacklungsunschärfe hervorgerufen habe! Ergonomie: Note 6. Herzlichen Dank, Nikon.

P. S. bitte ändert das in einem baldigen Firmware-Update!

Ende des Stativkopfdramas?

Die Frage nach einem geeigneten Stativkopf war zum Zeitpunkt meines letzten Postings noch nicht abschließend geklärt. Mittlerweile glaube ich jedoch, meine Kombination gefunden zu haben.

Den Schwerpunkt setzte ich erst einmal auf eine geeignete Wechselplatte, die die Kamera auch so hält, wie ich sie daran befestige und nicht mal den Hauch eines Spiels lässt. Und wenn es schon nicht der Kraftschluss ist, dem ich vertraue, dann doch wohl aber der Formschluss. Meines Wissens gibt es für diesen Zweck aktuell nur einen einzigen Anbieter: Markins mit seiner P800U.
Doch nun fehlte noch ein Kopf. Ich denke, dass ich mit einem guten Markins-Kugelkopf verdammt richtig unterwegs gewesen wäre, doch ist mir eine solche Lösung momentan zu teuer. Ich ließ mich nun doch noch einmal auf Sirui ein, wählte aber nicht mehr den K-10X, sondern die zwei Stufen größere Variante K-30X.
Beides wurde kurzerhand bestellt und auch geliefert. Ein erster Test zauberte mir ein glückliches Lächeln ins Gesicht. Die Wechselplatte sitzt, wie versprochen, wie angegossen an der D800 und – ein wirklich toller Nebeneffekt – stört beim Arbeiten mit der Kamera nicht. Die Platte ist so flach, dass sie kaum auffällt, wenn man mit der linken Hand unter die Kamera greift, um z. B. das Objektiv zu stützen. Echt klasse!
Dank der Kompatibilität zu Arca Swiss passt sie auch wunderbar zum Stativkopf und lässt sich einwandfrei fixieren.
Nachdem ich den neuen Sirui-Kopf etwas genauer inspiziert habe, muss ich wohl einräumen, dass ich mit meinem ehemaligen K-10X-Exemplar vermutlich ein Montagsmodell erwischt habe. Die kleine Schraube zur Friktionsverstellung, die ja in das Hauptfixierrad integriert ist, scheint nun auch bei der eingestellten Position zu bleiben und verstellt sich nicht mit der Zeit von alleine. Vom Schmierfett habe ich auch noch nichts gesehen. Dass der Kopf hält, versteht sich hoffentlich von alleine.
Als kleinen Bonus hab ich jetzt noch die Original-Schnellwechselplatte zusätzlich. Die war ganz schnell an dem Stativverbindungsstück der Stativschelle meines 70-200/2.8 angebracht und wird dort wohl auch bleiben.

Also ich glaube, ich kann jetzt zufrieden sein! Es bleibt erst mal nur das Stativ selber übrig, welches vielleicht noch dieses Jahr ein Upgrade erfährt ersetzt wird.

Das Drama mit den Stativköpfen

Im Zuge meiner letzten Anschaffungen musste ich mir bereits eine neue Tasche zulegen. Jetzt macht sich das Gewicht auch beim Stativeinsatz bemerkbar. Mein Stativkopf Manfrotto 494RC2 Mini hatte ja bereits bei der Kombination D90 + MB-D80 + 24-70/2.8 leicht geschwächelt, wenn es um Hochformat-Bilder ging. Spätestens jetzt aber musste was Neues her.

Manfrotto Kugelkopf 494RC2 mit 200PL Wechselplatte

Zufällig sah ich beim Blättern in der aktuellen Ausgabe des fotoMAGAZINs gerade eine Werbeanzeige für Sirui-Produkte. Meine Aufmerksamkeit fiel dabei auf den K-10X. Nach einer anschließenden Recherche in den Produktrezensionen bei Amazon.de entschied ich mich für ihn und bestellte. Das erste Mal sah ich ein einen ähnlichen, auch zu Arca Swiss kompatiblen Stativkopf von Benro bei einem Freund. Von der Haptik war ich beeindruckt. Umso gespannter war ich auf mein Sirui-Exemplar.
Als ich es in den Händen hielt, war ich von der gefühlten Wertigkeit schon mal sehr angetan. Der Feststellmechanismus funktionierte auch tadellos und hielt auch her. Bei den ersten Anwendungen dann aber mit der D800 und dem 105er Makroobjektiv zeigten sich die Schwachpunkte. Die Gummierung der Wechselplatte TY-50 ist zu weich und lässt für mich zu viel Spiel. Bei Hochformataufnahmen sackt die Kamera dadurch noch mehr nach, als bei meiner alten 200PL. Außerdem verstellt sich die in die Hauptschraube integrierte Friktionsverstellschraube scheinbar von alleine nach mehrmaligem Lockern und wieder Festziehen der Kugel.
Das war für mich nicht in Ordnung, also ging der Kopf wieder zurück.

Sirui K10-X Kugelkopf

Als nächstes probierte ich einen Triopo B-3. Dieser hatte nun zwar eine separate Schraube zur Verstellung der Friktion, fiel aber in ein paar anderen Punkten durch.
Bei meinem Exemplar fiel sogar gleich beim Auspacken die runde Abdeckung einer der Schrauben ab. Die Wechselplatte konnte nicht optimal an die Kamera angebracht werden, der Größe und der Position der Anziehschraube wegen. Außerdem wies die Gummierung die gleichen Eigenschaften auf, wie bei der Sirui-Platte. Dazu kamen nun noch zwei Punkte in Sachen Handling, die mich dann auch zum unverzüglichen Rückversand veranlassten. Zum einen lässt sich die Schraube für die Kamerabohrung nicht ohne Hilfsmittel festziehen; ein Fünf-Cent-Stück muss man immer dabei haben. Zum anderen eignet sich der Schnellkupplungsmechanismus nicht zur “schnellen” Entnahme und Anbringung der Kamera auf dem Kopf. Man muss die Schraube immer so weit aufdrehen, dass man die Kamera auch gleich senkrecht entnehmen kann, ohne seitliches Herausführen. Diese Art der Sicherung gegen seitliches Herausgleiten war beim Sirui besser gelöst. Jener Kopf hatte einen Knopf, den man gedrückt halten musste, damit man die Wechselplatte auch ohne vollständiges Aufschrauben des Klemmteils herausnehmen konnte.

Triopo B-3 Kugelkopf

Nachdem ich nun bereits zwei Köpfe im Test hatte, die mich nicht überzeugen konnten, musste ich wohl etwas intensiver recherchieren. Ich kam schließlich bei einem Manfrotto Hydrostatic 468MGRC4 an. Die sehr gute Gummierung der Stativwechselplatten war mir ja bereits bekannt. Ich fasse mich kurz: der Kopf hält sowas von bombenfest und sackt kein bisschen nach! Aber auch er geht wieder zurück zum Händler. Warum? Overkill. Alleine die Größe und das Gewicht schrecken mich ein wenig ab für den mobilen Einsatz. Die Wechselplatte ist auch zu groß, selbst für eine professionelle Kamera wie die D800.
Wäre er nicht so teuer, könnte ich damit leben.

Manfrotto 468MGRC4 mit 410PL

Aktuell habe ich somit noch keinen geeigneten Nachfolger für meinen erstgenannten Stativkopf. Aber dafür bereits eine Aussicht: Markins und deren auf Kamera zugeschnittene Wechselplatten…

Eine coole Location

Nach dem ich meine fotografische Aufgabe am Hochzeitstag erfüllt hatte, legte ich mein großes Equipment zur Seite und begab mich anschließend zur Feier. Diesmal nur mit meiner J1 und Ministativ ausgestattet. Dass die Location eine großartige Kulisse bot, bemerkte ich ja schon zum Zeitpunkt der Vorbereitungen auf diesen Tag. Aber hatte ich das Ziegel + Kalk Museum in Flintsbach noch nicht nachts gesehen. Von der Beleuchtung des Schornsteins war ich so angetan, dass ich glatt noch ein paar Aufnahmen zur blauen Stunde davon machen musste. Eine davon darf ich präsentieren:

Der Schornstein über dem Kalksteinbruch zur blauen Stunde

Der beleuchtete Schornstein zur blauen Stunde

Die zweite Hochzeit

Gestern, am 5. Mai war ich Fotograf der Hochzeit eines befreundeten Brautpaars. Ich begleitete beide Eheleute von den Vorbereitungen weg, über das Pärchen-Shooting, hin zur Trauung beim Standesamt.

Nach meinen Erfahrungen bei der ersten Hochzeit, die ich letztes Jahr im Juli fotografierte, nahm ich mir vor, diesmal weit weniger Auslösungen zu tätigen. Zum einen entstehen dabei am Ende nicht mehr Bilder, nur mehr Ausschuss. Denn von Serien eines Motivs nimmt man ja nur die eine bis zwei besten Aufnahmen. Und zum anderen ist es sehr mühselig, eben diesen im Anschluss beim Postprocessing auszusortieren. Achja, und die Speicherkarte wird auch schneller voll. Insbesondere bei der D800.
Und trotzdem wurden es wieder mehr. Und meine Ausrede: von so einem wichtigen Tag lieber zu viele als zu wenig Aufnahmen.
Immerhin habe ich jetzt die ersten Erfahrungswerte: 737 14 Bit-RAW-Aufnahmen hatten auf meiner SanDisk ExtremeCompact Flash 32GB Platz, bevor auf die andere 32 GB SD-Karte als Reserve umgeschaltet wurde. Der EN-EL15-Akku hatte zu Beginn des Shootings etwa 95% Kapazität und zum Zeitpunkt des Umschaltens auf die zweite Speicherkarte zeigte mir die Kamera noch drei von fünf Strichen an (ich hab leider nicht im Menü nachgesehen).

Es lief alles annähernd wie geplant. Das Wetter war genau richtig. Nicht zu kalt und nicht zu warm. Nicht nass und auch nicht grell. Und das gegen Mittag!
Die Motive, die ich schon im Kopf hatte, konnten auch umgesetzt werden. Zu meinen Vorbereitungen gehörte es ja auch, dass ich mir die geplante Location für das Pärchen-Shooting etwa fünf Wochen davor schon angesehen hatte. Ergänzt wurden meine Ideen von dem kreativen Geist des jungen Paars. Das Zusammenspiel war eine Freude! Meine Anweisungen zur Inszenierung kamen gut an und auch von deren Vorschlägen konnte ich mir sofort ein geistiges Bild machen. Und nicht zu vergessen: die Technik spielte auch mit, speziell meine beiden Blitze lieferten mir das, was ich mir vorstellte.

Jetzt heißt es erst mal aussortieren und nachbearbeiten…